So hilfst du einem Kind, das nicht gerne vorgelesen bekommt

Praktische Strategien, um Kindern die Freude am Vorlesen näherzubringen, wenn sie zunächst ablehnend reagieren.

  1. Verstehe die Gründe für die Ablehnung. Kinder können aus verschiedenen Gründen das Vorlesen ablehnen. Manche sind zu aktiv und können nicht stillsitzen. Andere finden die gewählten Bücher langweilig oder zu schwer verständlich. Einige Kinder sind überstimuliert oder müde. Beobachte dein Kind genau: Wann reagiert es ablehnend? Zu welcher Tageszeit? Bei welchen Büchern? Diese Beobachtungen helfen dir, den richtigen Ansatz zu finden.
  2. Schaffe die richtige Atmosphäre. Wähle einen ruhigen Moment, wenn dein Kind ausgeruht und nicht hungrig ist. Dimme das Licht, kuschelt euch zusammen und eliminiere Ablenkungen wie Spielzeug oder Bildschirme. Manche Kinder entspannen sich besser, wenn sie dabei etwas in den Händen haben – einen weichen Ball oder ein Stofftier. Zwinge dein Kind nicht zum Stillsitzen, wenn es sich bewegen muss. Lass es auf deinem Schoß wippen oder leise herumlaufen.
  3. Finde die richtigen Bücher. Experimentiere mit verschiedenen Arten von Büchern. Manche Kinder lieben Bücher mit Klappen, Fühlmaterialien oder Geräuschen. Andere bevorzugen einfache Bilder mit wenig Text. Lass dein Kind selbst Bücher aussuchen – auch wenn es immer wieder dasselbe wählt. Probiere auch Bücher über seine aktuellen Lieblingsthemen: Fahrzeuge, Tiere oder Charaktere aus seinen Lieblingssendungen.
  4. Variiere deine Vorlesemethode. Du musst nicht jedes Wort vorlesen. Beschreibe stattdessen die Bilder, erfinde eigene Geschichten oder lass dein Kind erzählen, was es sieht. Verwende verschiedene Stimmen für unterschiedliche Charaktere, mache Geräusche und übertreibe deine Mimik. Manche Kinder reagieren besser auf ruhiges, monotones Vorlesen, andere brauchen mehr Action. Finde heraus, was bei deinem Kind funktioniert.
  5. Mache es interaktiv. Lass dein Kind aktiv teilnehmen. Stelle Fragen zu den Bildern: 'Wo ist der rote Ball?' oder 'Was macht die Katze?' Lass es Geräusche nachmachen, Bewegungen aus der Geschichte nachahmen oder die nächste Seite umblättern. Manche Kinder mögen es, die Geschichte zu unterbrechen und über etwas anderes zu sprechen – das ist völlig in Ordnung.
  6. Reduziere den Druck. Vorlesen sollte niemals ein Kampf werden. Wenn dein Kind heute nicht möchte, ist das okay. Versuche es später oder am nächsten Tag wieder. Zwang erzeugt negative Assoziationen mit Büchern. Stattdessen kannst du Bücher einfach verfügbar machen – lass sie herumliegen, wo dein Kind sie sehen und erkunden kann. Manchmal entwickelt sich Interesse ganz von selbst.
  7. Probiere Alternativen zum traditionellen Vorlesen. Hörbücher oder Hörspiele können eine gute Alternative sein. Manche Kinder nehmen Geschichten besser auf, wenn sie dabei malen oder basteln können. Du kannst auch Geschichten während eines Spaziergangs erzählen oder beim Autofahren Hörbücher anhören. Tablet-Apps mit interaktiven Geschichten können ebenfalls hilfreich sein, sollten aber das physische Buch nicht komplett ersetzen.