Wie Sie mit dem ersten Knochenbruch Ihres Kindes umgehen

Praktische Hilfe für Eltern beim ersten Knochenbruch des Kindes - von der Erstversorgung bis zur Genesung.

  1. Sofortmaßnahmen nach dem Unfall. Bewahren Sie zunächst selbst Ruhe - Ihre Gelassenheit überträgt sich auf Ihr Kind. Untersuchen Sie das Kind vorsichtig auf sichtbare Verletzungen, aber bewegen Sie den verletzten Körperteil nicht unnötig. Kühlen Sie die betroffene Stelle mit einem in ein Handtuch gewickelten Kühlpack für maximal 15 Minuten. Lagern Sie den verletzten Arm oder das Bein ruhig und stützen Sie ihn bei Bedarf mit einem Kissen ab. Geben Sie Ihrem Kind bei starken Schmerzen ein altersgerechtes Schmerzmittel nach Packungsanweisung.
  2. Wann Sie sofort zum Arzt müssen. Fahren Sie umgehend in die Notaufnahme, wenn der Knochen sichtbar aus der Haut ragt, die Haut an der Bruchstelle aufgerissen ist, oder wenn Ihr Kind das verletzte Körperteil überhaupt nicht mehr bewegen kann. Auch bei starken Schmerzen, die durch Schmerzmittel nicht gelindert werden, ist sofortige ärztliche Hilfe nötig. Verfärbungen wie bläuliche oder gräuliche Haut, Taubheitsgefühle oder Kribbeln sind ebenfalls Warnsignale für einen Notfall.
  3. Der Arztbesuch und die Diagnose. Bringen Sie zu dem Termin alle wichtigen Informationen mit: Wie ist der Unfall passiert, wo tut es weh, und welche Schmerzmittel haben Sie bereits gegeben? Der Arzt wird den verletzten Bereich untersuchen und wahrscheinlich ein Röntgenbild anfertigen lassen. Erklären Sie Ihrem Kind vorher, dass Röntgen nicht wehtut - es ist wie ein besonderes Foto vom Knochen. Stellen Sie alle Fragen, die Sie haben: Wie lange dauert die Heilung, was darf das Kind machen und was nicht, wann sind die nächsten Kontrolltermine?
  4. Leben mit Gips oder Schiene. Der Gips oder die Schiene darf niemals nass werden - verwenden Sie beim Duschen Plastikbeutel und Klebeband zum Schutz. Kontrollieren Sie täglich, ob die Finger oder Zehen noch gut durchblutet sind - sie sollten warm und rosa sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nichts in den Gips steckt, auch wenn es juckt. Bei Juckreiz können Sie die Haut um den Gips herum vorsichtig massieren oder einen Föhn auf kalter Stufe verwenden. Sorgen Sie dafür, dass der Gips nicht durch Stöße beschädigt wird.
  5. Alltag und Beschäftigung während der Heilung. Passen Sie die täglichen Aktivitäten an die Einschränkungen an: Anziehen dauert länger, manche Kleidungsstücke sind unpraktisch. Weite Oberteile und Hosen sind jetzt hilfreich. Organisieren Sie ruhige Beschäftigungen wie Malen, Lesen, Puzzles oder Hörbücher. Erklären Sie Geschwistern und Freunden, dass sie vorsichtig sein müssen, aber ermutigen Sie trotzdem normale soziale Kontakte. Sprechen Sie mit der Schule oder dem Kindergarten über nötige Anpassungen wie Sitzplatz, Sportunterricht oder Pausengestaltung.
  6. Emotionale Unterstützung. Viele Kinder sind nach einem Knochenbruch ängstlicher oder vorsichtiger geworden. Das ist völlig normal. Hören Sie zu, wenn Ihr Kind über seine Gefühle sprechen möchte, und nehmen Sie Ängste ernst. Loben Sie kleine Fortschritte und Mut im Alltag. Erklären Sie, dass Knochen sehr gut heilen und dass Ihr Kind bald wieder alles machen kann wie vorher. Vermeiden Sie Sätze wie 'Das ist doch nicht schlimm' - für Ihr Kind ist es das sehr wohl.
  7. Nach der Gips-Entfernung. Nach dem Entfernen des Gipses ist der Heilungsprozess noch nicht abgeschlossen. Die Haut unter dem Gips ist oft schuppig und empfindlich - cremen Sie sie vorsichtig ein. Der Muskel ist durch die Ruhigstellung schwächer geworden und muss langsam wieder aufgebaut werden. Beginnen Sie mit sanften Bewegungen und steigern Sie die Aktivität nach Anweisung des Arztes. Haben Sie Geduld - es kann Wochen dauern, bis alles wieder normal funktioniert.