Wann eine ergotherapeutische Untersuchung sinnvoll ist
Erkennen Sie die Anzeichen, wann Ihr Kind von einer ergotherapeutischen Untersuchung profitieren könnte.
- Was ist Ergotherapie für Kinder. Ergotherapie unterstützt Kinder dabei, wichtige Alltagsfähigkeiten zu erlernen. Dazu gehören feinmotorische Fertigkeiten wie das Halten von Stiften, grobmotorische Bewegungen, Koordination und die Fähigkeit, sich auf Aufgaben zu konzentrieren. Ergotherapeuten arbeiten spielerisch mit Kindern und helfen ihnen, Hindernisse zu überwinden, die ihre Entwicklung beeinträchtigen könnten.
- Anzeichen bei der Feinmotorik. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind Schwierigkeiten hat, einen Stift richtig zu halten, unleserlich schreibt oder malt, Probleme beim Schneiden mit der Schere hat, oder sich schwer tut beim Knöpfen, Reißverschluss öffnen oder Schuhe binden. Auch wenn das Basteln oder Puzzeln deutlich schwerer fällt als bei Gleichaltrigen, kann das ein Hinweis sein. Beobachten Sie, ob Ihr Kind Aufgaben vermeidet, die Geschicklichkeit erfordern.
- Anzeichen bei der Grobmotorik. Mögliche Warnsignale sind häufiges Stolpern oder Stürze, Schwierigkeiten beim Treppensteigen, Probleme beim Fangen oder Werfen von Bällen, oder wenn Ihr Kind deutlich ungeschickter wirkt als Gleichaltrige. Auch eine ungewöhnliche Körperhaltung beim Sitzen oder Gehen, sowie Schwierigkeiten beim Fahrradfahren oder Roller fahren können Hinweise sein.
- Anzeichen bei der Aufmerksamkeit und Konzentration. Beobachten Sie, ob Ihr Kind sich nur sehr kurz konzentrieren kann, ständig in Bewegung ist und nicht still sitzen kann, oder sich leicht ablenken lässt. Auch wenn es Schwierigkeiten hat, Anweisungen zu befolgen, Aufgaben zu Ende zu bringen, oder zwischen verschiedenen Aktivitäten zu wechseln, könnte eine ergotherapeutische Einschätzung hilfreich sein.
- Anzeichen bei der Sinneswahrnehmung. Manche Kinder reagieren sehr empfindlich auf Berührungen, Geräusche oder Licht, während andere mehr Sinnesreize brauchen als üblich. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind bestimmte Texturen, Kleidung oder Nahrungsmittel stark ablehnt, oder ob es sehr unruhig wird in lauten Umgebungen. Auch das Gegenteil - wenn Ihr Kind sehr viel körperlichen Kontakt sucht oder sehr laut ist - kann ein Hinweis sein.
- Alltagsherausforderungen beobachten. Schauen Sie, wie Ihr Kind mit täglichen Aufgaben zurechtkommt. Hat es deutlich mehr Schwierigkeiten als Gleichaltrige beim Anziehen, Zähneputzen, oder Essen mit Besteck? Braucht es viel länger für einfache Aufgaben oder vermeidet es bestimmte Aktivitäten ganz? Auch in der Schule oder im Kindergarten können Probleme auftreten, etwa beim Stillsitzen, bei Bastelarbeiten oder beim Spielen mit anderen Kindern.