Neurodermitis bei Kindern richtig pflegen und behandeln

Praktische Tipps für Eltern, um Neurodermitis bei Kindern zu lindern und Schübe zu vermeiden.

  1. Die richtige Basispflege der Haut. Eine konsequente Hautpflege ist das A und O bei Neurodermitis. Cremen Sie Ihr Kind mindestens zweimal täglich mit einer rückfettenden, parfümfreien Lotion oder Creme ein. Am besten geeignet sind Produkte mit Urea, Glycerin oder Ceramiden. Tragen Sie die Creme immer auf die noch leicht feuchte Haut auf – das bindet die Feuchtigkeit besser. Achten Sie darauf, dass alle Hautfalten gut eingecremt werden, besonders an Ellenbogen, Kniekehlen und am Hals.
  2. Auslöser erkennen und vermeiden. Führen Sie ein Tagebuch, um mögliche Auslöser für Neurodermitis-Schübe zu identifizieren. Häufige Trigger sind bestimmte Lebensmittel, Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder auch Stress und Aufregung. Sobald Sie Muster erkennen, können Sie diese Auslöser gezielt meiden. Bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollten Sie jedoch nie ohne ärztliche Begleitung Lebensmittel vom Speiseplan streichen, besonders nicht bei kleinen Kindern.
  3. Kleidung und Textilien anpassen. Wählen Sie weiche, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder speziellen Neurodermitis-geeigneten Materialien. Vermeiden Sie Wolle und synthetische Stoffe direkt auf der Haut. Waschen Sie neue Kleidung vor dem ersten Tragen und verwenden Sie parfümfreie Waschmittel. Achten Sie darauf, dass die Kleidung nicht zu eng sitzt und keine kratzenden Nähte oder Etiketten hat. Bei starkem Juckreiz können dünne Baumwollhandschuhe nachts helfen.
  4. Baden und Waschen richtig machen. Baden oder duschen Sie Ihr Kind höchstens einmal täglich und nicht länger als 5-10 Minuten. Das Wasser sollte lauwarm sein, nicht heiß. Verwenden Sie pH-neutrale, parfüm- und seifenfreie Waschlotionen. Ölbäder können die Haut zusätzlich pflegen, machen die Badewanne aber rutschig – seien Sie vorsichtig. Nach dem Baden tupfen Sie die Haut nur vorsichtig trocken und cremen Sie sie sofort ein, solange sie noch feucht ist.
  5. Juckreiz lindern ohne Kratzen. Wenn Ihr Kind starken Juckreiz verspürt, helfen kühle, feuchte Umschläge oder das vorsichtige Klopfen auf die juckende Stelle. Halten Sie die Fingernägel Ihres Kindes kurz und glatt gefeilt. Lenken Sie Ihr Kind ab, wenn es sich kratzen möchte – durch Spiele, Vorlesen oder andere Aktivitäten. Bei kleinen Kindern können nachts dünne Baumwollhandschuhe das unbewusste Kratzen verhindern.
  6. Raumklima und Umgebung optimieren. Sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40-60 Prozent. Lüften Sie regelmäßig und vermeiden Sie Überhitzung der Räume. Entfernen Sie Staubfänger wie schwere Vorhänge oder Teppiche aus dem Kinderzimmer. Waschen Sie Bettwäsche wöchentlich bei mindestens 60 Grad und verwenden Sie milbendichte Bezüge, falls eine Hausstaubmilbenallergie vorliegt.