Wie Sie Ihrem Kind bei der Angst vor neuen Erfahrungen helfen können

Praktische Strategien, um Kindern dabei zu helfen, ihre Ängste vor neuen Situationen zu überwinden und Selbstvertrauen aufzubauen.

  1. Die Ängste Ihres Kindes verstehen und ernst nehmen. Hören Sie aktiv zu, wenn Ihr Kind seine Sorgen äußert, ohne diese herunterzuspielen oder als 'dumm' abzutun. Sagen Sie nicht 'Da brauchst du keine Angst zu haben', sondern zeigen Sie Verständnis mit Sätzen wie 'Ich verstehe, dass dir das Sorgen macht'. Fragen Sie nach konkreten Befürchtungen: Was genau macht Angst? Oft sind es ganz spezifische Details, die beruhigt werden können. Teilen Sie auch eigene Erfahrungen mit – erzählen Sie, wie Sie als Kind mit ähnlichen Situationen umgegangen sind.
  2. Neue Erfahrungen schrittweise einführen. Bereiten Sie Ihr Kind langsam auf neue Situationen vor, anstatt es ins kalte Wasser zu werfen. Bei einem neuen Kindergarten können Sie beispielsweise zunächst das Gebäude von außen anschauen, dann einen kurzen Besuch machen und schließlich eine Schnupperstunde vereinbaren. Sprechen Sie über das, was passieren wird: Wer wird da sein? Wie wird der Ablauf sein? Was wird Ihr Kind dabei tun? Je konkreter die Vorstellung, desto weniger bedrohlich wirkt das Unbekannte.
  3. Selbstvertrauen durch kleine Erfolge stärken. Erinnern Sie Ihr Kind an vergangene Situationen, die anfangs beängstigend waren, aber gut ausgegangen sind. Erstellen Sie gemeinsam eine 'Mut-Liste' mit Dingen, die Ihr Kind schon geschafft hat. Üben Sie neue Fertigkeiten in sicherer Umgebung: Wenn Ihr Kind Angst vor dem Schwimmen hat, beginnen Sie mit Plantschen in der Badewanne. Feiern Sie jeden kleinen Fortschritt und zeigen Sie, wie stolz Sie auf den Mut Ihres Kindes sind.
  4. Entspannungstechniken vermitteln. Bringen Sie Ihrem Kind einfache Atemübungen bei: Langsam durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen. Die 'Pusteblumen-Atmung' funktioniert gut – stellen Sie sich vor, Pusteblumen wegzupusten. Probieren Sie auch die 'Schmetterlings-Technik': Das Kind verschränkt die Hände vor der Brust und 'flattert' sanft mit den Fingern – das beruhigt das Nervensystem. Diese Techniken können Sie überall anwenden und geben Ihrem Kind ein Werkzeug für schwierige Momente.
  5. Als Vorbild fungieren. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie Sie selbst mit neuen oder herausfordernden Situationen umgehen. Sprechen Sie laut aus, was Sie denken: 'Das ist neu für mich, aber ich bin neugierig, was passiert' oder 'Ich bin auch etwas nervös, aber ich weiß, dass ich das schaffen kann'. Vermeiden Sie es, Ihre eigenen Ängste auf Ihr Kind zu übertragen. Wenn Sie selbst sehr ängstlich sind, arbeiten Sie zunächst an Ihrer eigenen Gelassenheit.