Wie Sie mit Ihrem älteren Elternteil eine Patientenverfügung erstellen

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um gemeinsam mit älteren Eltern eine rechtsgültige Patientenverfügung zu verfassen.

  1. Das erste Gespräch führen. Wählen Sie einen ruhigen Moment, wenn Ihr Elternteil entspannt ist. Erklären Sie, dass eine Patientenverfügung dabei hilft, ihre Wünsche zu respektieren, falls sie selbst nicht mehr entscheiden können. Betonen Sie, dass es nicht bedeutet, die Hoffnung aufzugeben, sondern Verantwortung zu übernehmen. Hören Sie aktiv zu und respektieren Sie ihre Gefühle. Manche Menschen brauchen Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen.
  2. Über wichtige Themen sprechen. Besprechen Sie verschiedene medizinische Situationen: künstliche Beatmung, Wiederbelebung, künstliche Ernährung und Schmerzbehandlung. Fragen Sie nach ihren Werten und was für sie Lebensqualität bedeutet. Sprechen Sie auch über ihre Vorstellungen zum Lebensende - möchten sie zu Hause sein oder ist ihnen das Krankenhaus lieber? Notieren Sie sich die Antworten, um nichts zu vergessen.
  3. Rechtliche Anforderungen verstehen. In Deutschland muss eine Patientenverfügung schriftlich verfasst werden und sollte konkrete Situationen beschreiben, nicht nur allgemeine Wünsche. Sie muss im Vollbesitz der geistigen Kräfte erstellt werden. Ein Notar ist nicht zwingend erforderlich, aber die Unterschrift sollte mit Datum versehen werden. Informieren Sie sich über aktuelle rechtliche Bestimmungen oder lassen Sie sich beraten.
  4. Das Dokument erstellen. Verwenden Sie klare, eindeutige Sprache. Beschreiben Sie konkrete medizinische Situationen und die gewünschten oder abgelehnten Behandlungen. Fügen Sie persönliche Werte und Wünsche hinzu, die Ärzten bei Entscheidungen helfen können. Lassen Sie Raum für Unterschrift und Datum. Viele nutzen Musterformulare als Grundlage, passen diese aber an die individuellen Wünsche an.
  5. Vorsorgevollmacht gleichzeitig regeln. Eine Patientenverfügung sollte mit einer Vorsorgevollmacht kombiniert werden. Besprechen Sie, wer im Notfall Entscheidungen treffen soll - oft ist das ein erwachsenes Kind oder der Ehepartner. Diese Person sollte die Werte und Wünsche Ihres Elternteils gut kennen und bereit sein, diese zu vertreten, auch wenn es schwerfällt.
  6. Aufbewahrung und Kommunikation. Bewahren Sie das Original an einem sicheren, aber zugänglichen Ort auf. Geben Sie Kopien an die bevollmächtigte Person, den Hausarzt und nahestehende Familienmitglieder. Informieren Sie wichtige Bezugspersonen darüber, wo das Dokument zu finden ist. Manche Menschen tragen eine Notiz im Portemonnaie mit dem Hinweis auf die Patientenverfügung.
  7. Regelmäßige Überprüfung. Besprechen Sie die Patientenverfügung alle paar Jahre erneut oder wenn sich der Gesundheitszustand ändert. Meinungen können sich wandeln, und das Dokument sollte die aktuellen Wünsche widerspiegeln. Jede Änderung sollte schriftlich erfolgen, datiert und unterschrieben werden. Bei größeren Änderungen erstellen Sie am besten eine komplett neue Verfügung.