Enkelkinder bei Abschiedsbesuchen einbeziehen - Ein Leitfaden für Familien

Einfühlsame Anleitung, wie Sie Ihre Enkelkinder altersgerecht auf Abschiedsbesuche bei sterbenden Großeltern oder Verwandten vorbereiten.

  1. Vorbereitung auf das Gespräch. Wählen Sie einen ruhigen Moment, wenn alle entspannt sind. Setzen Sie sich auf Augenhöhe zu Ihrem Kind und sprechen Sie in einfachen, klaren Worten. Erklären Sie ehrlich, aber behutsam die Situation: 'Oma ist sehr krank und wird bald sterben. Wir besuchen sie, um uns zu verabschieden.' Vermeiden Sie Umschreibungen wie 'einschlafen' oder 'weggehen', die Verwirrung stiften können. Lassen Sie Raum für Fragen und Emotionen.
  2. Den Besuch planen. Besprechen Sie vorab mit dem Pflegepersonal oder den Angehörigen, wie es der Person geht und was die Kinder erwarten können. Planen Sie kürzere Besuche ein - meist reichen 15-30 Minuten aus. Bringen Sie vertraute Gegenstände mit: ein Lieblingsbuch zum Vorlesen, selbstgemalte Bilder oder Fotos. Wählen Sie eine Tageszeit, zu der sowohl die kranke Person als auch die Kinder aufnahmefähig sind, meist vormittags oder früher Nachmittag.
  3. Während des Besuchs begleiten. Bleiben Sie die ganze Zeit bei Ihrem Kind und erklären Sie, was geschieht. Es ist normal, wenn die kranke Person anders aussieht oder sich anders verhält - bereiten Sie die Kinder darauf vor. Ermutigen Sie sanft zur Interaktion: 'Du kannst Opas Hand halten' oder 'Möchtest du ihm dein Bild zeigen?' Akzeptieren Sie aber auch, wenn ein Kind Abstand halten möchte. Lassen Sie Emotionen zu - es ist in Ordnung zu weinen oder traurig zu sein.
  4. Schwierige Momente meistern. Wenn ein Kind überfordert wirkt, verlassen Sie ruhig den Raum für eine Pause. Beantworten Sie alle Fragen ehrlich und altersgerecht. Falls die kranke Person während des Besuchs stirbt, bleiben Sie ruhig und erklären Sie einfach: 'Omas Herz hat aufgehört zu schlagen. Sie ist jetzt tot und spürt keine Schmerzen mehr.' Lassen Sie das Kind entscheiden, ob es noch bleiben oder gehen möchte. Holen Sie sich Unterstützung vom Pflegepersonal, wenn nötig.
  5. Nachbereitung und Verarbeitung. Sprechen Sie nach dem Besuch über das Erlebte. Fragen Sie: 'Wie fühlst du dich?' oder 'Was denkst du über den Besuch?' Schaffen Sie Raum für alle Gefühle - Trauer, Angst, aber auch Erleichterung sind normal. Halten Sie Erinnerungen fest: Lassen Sie die Kinder Bilder malen oder Geschichten über die verstorbene Person erzählen. Beobachten Sie Ihr Kind in den folgenden Tagen auf Verhaltensänderungen und bieten Sie weiterhin Gesprächsmöglichkeiten an.