So stellen Sie Familienregeln auf, die wirklich eingehalten werden

Erstellen Sie klare, durchsetzbare Familienregeln, die Kinder verstehen und konsequent befolgen.

  1. Beginnen Sie mit den Kernwerten Ihrer Familie. Bevor Sie spezifische Regeln aufstellen, identifizieren Sie, was Ihrer Familie am wichtigsten ist. Viele Familien finden Erfolg, indem sie sich auf 3-4 breite Werte wie Sicherheit, Respekt, Verantwortung und Freundlichkeit konzentrieren. Diese werden zur Grundlage für alle Ihre spezifischen Regeln. Manche Familien halten ein Familientreffen ab, um zu besprechen, wie sich jeder in seinem Zuhause fühlen möchte. Andere beginnen damit, zu bemerken, welche Konflikte am häufigsten auftreten – diese Reibungspunkte offenbaren oft, wo klarere Grenzen erforderlich sind. Die Forschung zu Familiensystemen legt nahe, dass Regeln am besten funktionieren, wenn sie mit etwas Größerem als „weil ich es gesagt habe“ verbunden sind.
  2. Beziehen Sie Kinder in die Erstellung der Regeln ein. Kinder halten sich eher an Regeln, bei deren Erstellung sie mitgeholfen haben. Das bedeutet nicht, dass sie die Grenzen festlegen dürfen, sondern dass Sie ihre Meinung dazu einholen, wie die Ziele der Familie erreicht werden können. Wenn beispielsweise Sicherheit ein Kernwert ist, könnten Sie fragen: „Welche Regeln brauchen wir, um alle in unserem Haus sicher zu halten?“ Kinder schlagen oft die gleichen Regeln vor, die Eltern aufgestellt hätten, aber sie fühlen sich stärker verantwortlich, wenn sie an dem Prozess beteiligt sind. Viele Familien stellen fest, dass Kinder Konsequenzen vorschlagen, die tatsächlich strenger sind als das, was Eltern gewählt hätten. Für Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters sollten Sie altersgerechte Gespräche führen. Jüngere Kinder konzentrieren sich möglicherweise auf grundlegende Sicherheits- und Freundlichkeitsregeln, während ältere Kinder bei komplexeren Problemen wie Bildschirmzeitbeschränkungen oder Haushaltsaufgaben helfen können.
  3. Halten Sie Regeln einfach und spezifisch. Wirksame Familienregeln sind konkret genug, dass jeder genau weiß, was sie bedeuten. „Sei respektvoll“ ist für die meisten Kinder zu vage, aber „Wir sprechen leise, wenn wir drinnen sind“ gibt klare Anweisungen. Viele Familientherapeuten empfehlen, sich auf insgesamt 5-7 Regeln zu beschränken. Zu viele Regeln werden überwältigend und sind schwerer konsequent durchzusetzen. Konzentrieren Sie sich auf die Verhaltensweisen, die für das tägliche Funktionieren und die Sicherheit Ihrer Familie am wichtigsten sind. Erwägen Sie, Regeln nach Möglichkeit positiv zu formulieren. „Wir stellen unser Geschirr nach dem Essen in die Spülmaschine“ ist oft wirksamer als „Lass kein Geschirr auf dem Tisch stehen“. Eine positive Formulierung hilft Kindern zu wissen, was sie tun sollen, nicht nur, was sie vermeiden sollen.
  4. Verbinden Sie Regeln mit natürlichen Konsequenzen. Die nachhaltigsten Familienregeln haben Konsequenzen, die logisch sinnvoll sind. Wenn die Regel lautet „Wir stellen unsere Fahrräder nach dem Fahren weg“, könnte die natürliche Konsequenz sein, dass Fahrräder, die draußen stehen gelassen werden, für einen Tag weggeschlossen werden. Das fühlt sich für Kinder fair an, weil sie den Zusammenhang erkennen können. Vermeiden Sie Konsequenzen, die die ganze Familie bestrafen oder mehr Arbeit für die Eltern verursachen. Das Wegnehmen eines Privilegs, das elterliche Aufsicht erfordert, ist oft für Erwachsene umständlicher als für Kinder. Viele Eltern erzielen Erfolge mit Konsequenzen, die von Kindern verlangen, Wiedergutmachung zu leisten oder das gewünschte Verhalten zu üben. Manche Familien erstellen eine einfache Tabelle, die jede Regel und ihre entsprechende Konsequenz zeigt, damit jeder weiß, was ihn erwartet. Dies erspart den Eltern, Konsequenzen im Eifer des Gefechts entscheiden zu müssen.
  5. Konsequent durchsetzen, besonders am Anfang. Neue Familienregeln erfordern in den ersten Wochen eine konsequente Durchsetzung, um sich zu etablieren. Das bedeutet, jedes einzelne Mal nachzufolgen, auch wenn es unbequem ist oder Sie müde sind. Viele Familien haben Schwierigkeiten mit der Konsistenz zwischen verschiedenen Betreuungspersonen. Wenn sowohl Eltern, Großeltern oder Babysitter an der Durchsetzung beteiligt sind, muss jeder die Regeln und Konsequenzen klar verstehen. Manche Familien erstellen eine einfache schriftliche Referenz, der jeder Betreuer folgen kann. Konsistenz bedeutet nicht Starrheit. Wenn eine Regel nach einer fairen Probezeit für Ihre Familie nicht funktioniert, ist es in Ordnung, sie gemeinsam zu überarbeiten und anzupassen. Das Ziel ist es, eine Struktur zu schaffen, die Ihrer Familie dient, und nicht, Regeln um ihrer selbst willen zu befolgen.
  6. Überprüfen und anpassen, wenn Kinder wachsen. Familienregeln müssen sich weiterentwickeln, wenn Kinder neue Fähigkeiten entwickeln und neue Herausforderungen meistern. Eine Schlafenszeitregel, die für ein Vorschulkind funktioniert, muss möglicherweise für ein schulpflichtiges Kind mit Hausaufgaben und Aktivitäten angepasst werden. Manche Familien halten monatliche oder vierteljährliche Familientreffen ab, um zu überprüfen, wie die Regeln funktionieren. Andere passen Regeln bei Bedarf an, wenn Konflikte auftreten. Der Schlüssel ist, die zugrunde liegenden Werte beizubehalten und gleichzeitig die spezifischen Erwartungen an die Entwicklungsstadien der Kinder anzupassen. Prä-Teenager und Teenager benötigen oft mehr Einbeziehung in die Regelaufstellung, da sie mehr Autonomie entwickeln. Regeln, die als kooperativ und nicht als auferlegt empfunden werden, stoßen bei älteren Kindern tendenziell auf mehr Zustimmung.