Frühe Anzeichen von Autismus bei Kleinkindern erkennen
Erfahren Sie, wie Sie potenzielle Autismus-Indikatoren bei Kleinkindern erkennen und wann Sie professionelle Hilfe suchen sollten.
- Muster der sozialen Kommunikation. Kleinkinder im Autismus-Spektrum zeigen oft Unterschiede in der Art und Weise, wie sie mit anderen interagieren. Einige häufige Muster sind Blickkontakt während Interaktionen, keine Reaktion, wenn ihr Name wiederholt gerufen wird, oder scheinbare Ignoranz trotz normaler Hörtests. Viele zeigen nicht auf Objekte oder Ereignisse, um Interesse zu teilen, oder folgen nicht, wenn andere auf etwas zeigen, um es ihnen zu zeigen. Einige Kleinkinder beteiligen sich nicht an sozialen Spielen wie "Kuckuck", bei denen hin und her gespielt wird, oder zeigen ihren Betreuern keine Objekte, um Aufregung zu teilen. Sie winken vielleicht nicht zum Abschied, klatschen nicht in die Hände oder verwenden keine anderen Gesten, die sich typischerweise bis zum 12.-15. Lebensmonat entwickeln. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass die Entwicklung stark variiert und einige neurotypische Kinder einfach ruhiger oder zurückhaltender sind.
- Unterschiede in der Sprachentwicklung. Sprachmeilensteine können bei Kindern im Autismus-Spektrum unterschiedlich aussehen. Einige Kleinkinder sagen möglicherweise keine einzelnen Wörter bis zum 16. Lebensmonat oder keine Zwei-Wort-Sätze bis zum 24. Lebensmonat. Andere haben vielleicht Wörter, verlieren sie aber im Laufe der Zeit oder verwenden Sprache auf ungewöhnliche Weise – sie wiederholen Phrasen aus Büchern oder dem Fernsehen ohne erkennbaren Sinn oder sprechen in einem flachen oder singenden Ton. Einige Kinder entwickeln umfangreiche Vokabulare zu spezifischen Interessen, haben aber Schwierigkeiten mit der Gesprächssprache. Sie reagieren möglicherweise nicht auf einfache Anweisungen oder scheinen weniger zu verstehen, als man für ihr Alter erwarten würde. Denken Sie daran, dass späte Sprecher nicht automatisch im Autismus-Spektrum sind – die Sprachentwicklung hat eine große Bandbreite des Normalen, und einige Kinder holen schnell auf.
- Repetitive Verhaltensweisen und fokussierte Interessen. Viele Kleinkinder im Autismus-Spektrum zeigen repetitive Bewegungen oder Verhaltensweisen. Dies kann Handflattern bei Aufregung, das Drehen von Objekten oder sich selbst, oder das präzise Aufreihen von Spielzeug anstelle des funktionalen Spielens damit umfassen. Einige konzentrieren sich intensiv auf bestimmte Teile von Spielzeugen, wie z. B. das Drehen von Rädern anstelle des Schiebens eines Spielzeugautos. Manche entwickeln sehr starke Bindungen zu ungewöhnlichen Objekten oder Routinen und werden verärgert, wenn diese geändert werden. Sie bestehen möglicherweise auf der gleichen Route zum Geschäft, der gleichen Tasse bei jeder Mahlzeit oder dem wiederholten Ansehen desselben Videosegments. Während alle Kleinkinder bis zu einem gewissen Grad Routine brauchen, können Intensität und Starrheit bei Kindern im Spektrum ausgeprägter sein.
- Unterschiede in der sensorischen Verarbeitung. Kleinkinder im Autismus-Spektrum verarbeiten sensorische Informationen oft anders. Einige reagieren überempfindlich auf Geräusche, bedecken ihre Ohren bei Lautstärken, die andere nicht stören, oder sind durch Kleidungstexturen, Lebensmitteltexturen oder Lichtverhältnisse beunruhigt. Andere suchen intensive sensorische Reize – sie drehen sich häufig, stoßen gegen Dinge oder benötigen sehr laute Musik. Einige Kinder reagieren möglicherweise nicht auf ihren Namen, wenden sich aber sofort dem Geräusch einer Lieblingsfernsehsendung zu oder scheinen von Lichtern oder sich bewegenden Objekten fasziniert zu sein. Sie können ungewöhnliche Reaktionen auf Schmerzen haben, scheinbar Verletzungen nicht bemerken, die andere Kinder stören würden, oder extrem empfindlich auf kleinere Stöße reagieren.
- Was diese Anzeichen nicht bedeuten. Es ist entscheidend zu verstehen, dass gelegentliche Vorkommnisse dieser Verhaltensweisen für alle Kleinkinder typisch sind. Viele neurotypische Kinder durchlaufen Phasen intensiver Interessen, widersetzen sich Änderungen der Routine oder entwickeln ihre Sprache in ihrem eigenen Tempo. Der Schlüssel ist oft die Intensität, Häufigkeit und Kombination von Unterschieden in mehreren Bereichen. Zusätzlich können Kinder im Autismus-Spektrum liegen und trotzdem Blickkontakt herstellen, Zuneigung zeigen und auf ihre eigene Weise sozial interagieren. Autismus äußert sich von Kind zu Kind sehr unterschiedlich, und viele frühe Darstellungen in den Medien erfassen diese Vielfalt nicht. Einige Kinder zeigen früh deutliche Anzeichen, während andere erst im Schulalter oder später eine Diagnose erhalten.