Tierspuren verfolgen: Ein Familienabenteuer in der Natur
Entdecken Sie mit Ihren Kindern die faszinierende Welt der Tierspuren und werden Sie zum Spurenleser.
- Die beste Zeit und Orte für die Spurensuche. Frühe Morgenstunden sind ideal, da die Spuren über Nacht entstanden sind und noch frisch sind. Suchen Sie nach weichen Untergründen wie feuchter Erde, Sand, Schlamm oder Schnee. Besonders gute Orte sind Flussufer, Teichränder, Waldwege nach Regen oder verschneite Wiesen. Auch um Wasserstellen herum finden Sie oft viele verschiedene Spuren, da alle Tiere trinken müssen.
- Die richtige Ausrüstung zusammenstellen. Packen Sie ein Maßband oder Lineal ein, um die Größe der Spuren zu messen. Eine Lupe hilft bei der Betrachtung kleiner Details. Nehmen Sie ein Notizbuch und Bleistift mit, um Ihre Entdeckungen zu dokumentieren. Ein Smartphone für Fotos ist sehr hilfreich. Für tiefere Abdrücke können Sie Gips mitbringen, um Abgüsse zu machen. Ein einfaches Bestimmungsbuch für heimische Tiere macht die Spurensuche noch spannender.
- Spuren richtig erkennen und unterscheiden. Achten Sie auf die Anzahl der Zehen: Hunde und Wölfe haben vier, Katzen auch vier (aber mit einziehbaren Krallen), Hirsche und Rehe zwei. Die Form verrät viel: Runde Abdrücke stammen oft von Katzenartigen, längliche von Hundeartigen. Messen Sie Länge und Breite der einzelnen Spur sowie den Abstand zwischen den Schritten. Betrachten Sie auch die Gangarten: Läuft das Tier im Schritt, Trab oder Galopp? Dies verändert das Spurenbild erheblich.
- Häufige heimische Tierspuren identifizieren. Rehspuren sind herzförmig und etwa 4-5 cm lang. Fuchsspuren ähneln kleinen Hundespuren, sind aber schmaler und zeigen oft Krallen. Dachsspuren sind breit mit langen Krallenabdrücken. Eichhörnchen hinterlassen winzige Handabdrücke mit langen Fingern. Wildschweispuren sind groß und zeigen zwei Hauptzehen plus zwei kleine Afterklauen. Marderspuren sind kleine, fünfzehige Abdrücke. Achten Sie auch auf Vogelspuren: Krähen haben drei Zehen nach vorn und eine nach hinten.
- Die Spurengeschichte lesen. Folgen Sie der Spur und beobachten Sie Veränderungen. Wird das Tier langsamer oder schneller? Ändert es die Richtung? Suchen Sie nach anderen Hinweisen: Kotspuren, Haare an Ästen, Kratzspuren an Bäumen oder Fraßspuren. Eine gerade Linie deutet oft auf ein Tier mit Ziel hin, Zickzack-Muster auf Nahrungssuche. Achten Sie darauf, ob sich mehrere Spurenarten kreuzen – das kann spannende Geschichten über Jäger und Beute erzählen.
- Spuren dokumentieren und sammeln. Fotografieren Sie jede Spur mit einem Gegenstand als Größenvergleich. Zeichnen Sie die Spur in Ihr Notizbuch und notieren Sie Datum, Uhrzeit, Ort und Wetterbedingungen. Für besonders schöne Spuren können Sie Gipsabgüsse machen: Mischen Sie Gips mit Wasser zu einer cremigen Konsistenz und gießen Sie ihn vorsichtig in die Spur. Nach 20-30 Minuten können Sie den Abdruck vorsichtig herausnehmen. So entsteht über die Zeit eine schöne Sammlung.