Wie man sich richtig entschuldigt und es auch ernst meint
Eine Anleitung für Eltern, wie sie ihren Kindern beibringen, sich aufrichtig zu entschuldigen und selbst ein gutes Vorbild zu sein.
- Die fünf Schritte einer echten Entschuldigung. Eine aufrichtige Entschuldigung hat immer fünf wichtige Teile: Erstens das konkrete Benennen, was falsch war ('Ich habe dich geschubst'). Zweitens die Übernahme der Verantwortung ('Das war mein Fehler'). Drittens das Zeigen von echter Reue ('Es tut mir wirklich leid'). Viertens das Anbieten einer Wiedergutmachung ('Wie kann ich es wieder gut machen?'). Und fünftens das Versprechen, es nicht zu wiederholen ('Ich werde das nicht noch einmal machen'). Üben Sie diese Schritte gemeinsam mit Ihrem Kind, damit sie zur Gewohnheit werden.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen. Timing ist bei Entschuldigungen entscheidend. Warten Sie, bis sich alle Beteiligten beruhigt haben – sowohl Ihr Kind als auch die verletzte Person brauchen Zeit, um ihre Gefühle zu sortieren. Eine Entschuldigung direkt im Streit ist meist nicht aufrichtig und wird nicht gut aufgenommen. Nehmen Sie sich die Zeit, mit Ihrem Kind zu besprechen, was passiert ist und warum eine Entschuldigung wichtig ist, bevor Sie gemeinsam zur anderen Person gehen.
- Körpersprache und Ton beachten. Wie etwas gesagt wird, ist genauso wichtig wie was gesagt wird. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, Blickkontakt zu halten, eine offene Körperhaltung einzunehmen und mit ruhiger, ernster Stimme zu sprechen. Verschränkte Arme, wegschauen oder ein genervter Ton machen jede Entschuldigung zunichte. Üben Sie vor dem Spiegel oder spielen Sie die Situation nach, damit Ihr Kind ein Gefühl für die richtige Haltung bekommt.
- Mit gutem Beispiel vorangehen. Kinder lernen am meisten durch Nachahmung. Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind, wenn Sie einen Fehler gemacht haben – auch bei kleinen Dingen. Zeigen Sie, wie man Verantwortung übernimmt, ohne Ausreden zu suchen. Sagen Sie zum Beispiel: 'Es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe, als ich gestresst war. Das war nicht fair dir gegenüber. Wie kann ich es wieder gut machen?' Ihre Kinder werden diese Ehrlichkeit schätzen und nachahmen.
- Wiedergutmachung konkret machen. Eine Entschuldigung ohne Taten bleibt leer. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, konkrete Wege zu finden, den Schaden wieder gut zu machen. Das kann bedeuten, ein kaputtes Spielzeug zu reparieren, bei Hausaufgaben zu helfen, ein Bild zu malen oder einfach besonders nett zur verletzten Person zu sein. Die Wiedergutmachung sollte zur 'Verletzung' passen und vom Kind selbst vorgeschlagen werden – so wird sie authentischer.